Die Redaktionen der drei Lohnunternehmer-Zeitschriften „Lohnunternehmen“ aus Deutschland, „Loonbedrijf“ aus den Niederlanden und „Loonwerker“ aus Belgien haben auch in diesem Jahr gemeinsam auf der Agritechnica Maschinen, Geräte und Detailtechnik auszeichnet, die besonders für Lohnunternehmer einen Nutzen bringen.
Wir nennen das
INNOVATION OF THE YEAR FOR CONTRACTORS 2008
Es geht uns darum, den Blick der Landtechnikhersteller und besonders der Konstrukteure auf den Lohnunternehmer-Nutzen der Technik zu lenken. Denn der Lohnunternehmer hat besondere Ansprüche an die Technik. Er muss damit Geld verdienen, gleichzeitig die Fahrer motivieren und die Kunden zufrieden stellen. Daher prämieren wir Innovationen, die unserer Meinung nach dem Lohnunternehmer diesen echten Nutzen bringen. Das können technische Details sein, Neukonzepte oder besondere Innovationen rund um den Service. Auf dem Innovations-Wunschzettel von Lohnunternehmern stehen andere Dinge ganz oben als bei Landwirten:
Die Neuheit darf ruhig etwas kosten - muss aber mehr einbringen.
Die Innovation muss die Arbeit schneller, leichter oder besser machen (möglichst alles auf einmal)
Diese Ansprüche an moderne Landtechnik haben die Lohnunternehmer in Deutschland, Holland und Belgien gleichermaßen. Daher ist es spannend, dass diese Auszeichnung grenzüberschreitend stattfindet. Sie verbindet nicht nur die Lohnunternehmer in Deutschland, Holland und Belgien, sondern sie verbindet auch die drei Lohnunternehmer-Zeitschriften dieser Länder.
Folgende Lohnunternehmer-Zeitschriften sind derzeit in der Jury vertreten:
Lohnunternehmen (Deutschland)
Loonbedrijf (Niederlande)
Loonwerker (Belgien)
Amazone XPress Kornvereinzelung
Die Dienstleistungen Bodenbearbeitung und Aussaat nehmen bei den Lohnunternehmen weiter zu. Auch in diesem Bereich zählt für den Lohnunternehmer möglichst viel in einer möglichst kurzen Zeit zu schaffen, damit der optimale Aussaatzeitpunkt getroffen wird.
Amazone erhöht mit einem neuen Kornvereinzelungssystem die Arbeitsgeschwindigkeit, um die Schlagkraft der Technik zu erhöhen. Bisher wurde die Geschwindigkeit gerade bei der Aussaat von Einzelkörnern durch die Säaggregate begrenzt. Mit dem Amazone XPress System sind nun Arbeitsgeschwindigkeiten bis zu 15 km/h bei der Aussaat von Einzelkörnern wie Mais möglich. Dadurch kann die Flächenleistung ohne Einbußen bei der Ablagegenauigkeit um 50 % gesteigert werden.
Wir meinen, dass dieses System für den Lohnunternehmer eine deutlich höhere Flächenleistung bringt und dadurch die Schlagkraft in der Aussaat deutlich erhöhen kann.
Dr. Justus Dreyer (2. von rechts) und Christian Dreyer (Mitte) freuen sich über die Auszeichnung ihrer Maschine. Links stehen die beiden Redakteure Toon van der Stock (Loonbedrijf) und Peter Menten (Loowerker), rechts Hans-Günter Dörpmund (Lohnunternehmen).
Urkundenübergabe bei Dammann. Von Links: Lars Meinking-Dammann, Toon van der Stock, Nadine Dammann, Herbert Dammann, Werner Höft, Frank von Bargen und Hans-Günter Dörpmund.
Dammann Selbstfahrer DT 2000H „Highlander“
Pflanzenschutz spielt in den Lohnunternehmen eine immer größere Rolle, da Landwirte mehr und mehr ihre Außenarbeiten einschließlich Ackerbau abgeben. Für den Lohunternehmer ist dieser Dienstleistungsbereich z.T. mit hohem Aufwand verbunden, weil die Voraussetzungen hinsichtlich der Fahrgassen- und Spurbreite bei den Landwirten sehr unterschiedlich sind. Durch einwandernde Schädlinge werden außerdem Maschinen erforderlich, die auch in stehenden Maisbeständen fahren können, ohne Schaden anzurichten.
Dammann bietet ab sofort einen Selbstfahrer an, der all diesen Anforderungen gerecht wird und deshalb von der Jury ausgezeichnet wird. Das neue Fahrzeug hebt sich stufenlos innerhalb kürzester Zeit von 1150 mm auf eine Höhe bis 2000 mm an. Neuartige Hydraulikzylinder ermöglichen es zusätzlich, dass man nicht nur die Höhe verstellen kann, sondern dass das Fahrzeug auch den unterschiedlichen Spuren anpasst werden kann.
Jeder verbrauchte Liter Diesel kostet dem Lohnunternehmer Geld. Die Traktorenhersteller sind gefordert, Maschinen zu entwickeln, die trotz der verschärften Abgasnormen weniger verbrauchen. Neue Konzepte sind erforderlich, um den wachsenden Bedürfnissen der Lohnunternehmer in diesem Bereich gerecht zu werden.
Erstmals stellt John Deere seine neuen E- Premium-Traktoren 7430 und 7530 vor, eine Entwicklung, die unserer Meinung einen neuen Trend in der Traktorentechnik auslösen könnte. Die neuen Maschinen sind mit einer innovativen Technik zur Bereitstellung elektrischer Leistung (20 kW) ausgerüstet. Im Traktor steht zusätzlich zu dem konventionellen elektrischen Bordnetz ein weiteres Versorgungssystem mit höherer Spannung zur Verfügung. Der Kurbelwellen-Generator liefert die elektrische Antriebsleistung für die sonst üblicherweise mechanisch vom Motor direkt angetriebenen Nebenaggregate (Lüfterantrieb, Klima- und Druckluftkompressor). Diese Art des Antriebs führt zu einer deutlichen Effizienzverbesserung und damit Kraftstoffeinsparung.
Bei John Deere nahmen Johannes Stahlmecke, Marketingchef Vertrieb Deutschland, (Mitte links) und Jorgen Audenaert, Customer Segment Manager für Lohnunternehmer und Ackerbau-Grossbetriebe (Mitte rechts) die Urkunde entgegen.
Mit der Urkunde in der Hand freut sich Viktor Lemken über die Auszeichnung. Links von ihm steht Gottfried Giesen, rechts Dr. Franz-Georg von Busse.
Lemken DuraMaxx Pflugkörper
Die Verschleißteilkosten machen in der Bodenbearbeitung einen erheblichen Kostenanteil aus. Um diese zu minimieren hat Lemken ein neues Pflügkörpersystem entwickelt, das bis zu 50 % höhere Standzeiten ermöglichen soll und die Jury als Lohnunternehmer-Innovation überzeugt hat.
Völlig neu ist dabei die Idee, Streichblech, Streifen und Streichblechkante verletzungsfrei herzustellen, d.h. ohne jegliche Bohrungen, Stanzungen oder Schweißnähte. Deshalb können Stahlqualitäten mit einem deutlich höheren Härtegrad eingesetzt werden, womit sich die Standzeit des Pflugkörpers erhöhen soll. Da die Verschleißelemente nicht mehr zur tragenden Konstruktion gehören, können sie vollständig abgenutzt werden, womit sich die Nutzungsdauer nochmals erheblich verlängert.
Die Transportkosten machen bei steigenden Hof-Feld-Enfernungen in der Silageernte einen immer größeren Anteil aus. Oft gelingt es in der Grasernte nicht, die Ladewagen komplett zu beladen, weil das Ladegut auf dem Wagen nicht bis zum Ende des Beladevorgangs vorgepresst werden kann. Als Folge müssen Lohnunternehmer mit ungenutzter Ladekapazität fahren.
MatriX heißt das neue Konzept zur Befüllung von Ladewagen von der S-A-S GmbH und Strautmann, das dieses Problem löst und deshalb von der Jury als Innovation ausgezeichnet wird. Kern dieser Entwicklung ist eine verschiebbare Wand (MatriX), die als Ladehilfe dient. In der Ausgangsposition steht diese Wand im vorderen Bereich des Laderaums. Das soll die volle Verdichtung vom Beginn des Ladevorgangs bis zum Ende ermöglichen. Selbst beim Laden in Bergauffahrt erreicht man die volle Ladeleistung.
Auf dem Stand von Strautmann freuten sich Dr. Klaus P. Strautmann (2. von links), Stefan Schmerse (S-A-S GmbH), Lars Pflüger (S-A-S), Tobias Linsel (S-A-S) und Eggert Trede (Strautmann) über die Auszeichnung.